Gärtnertagebuch

Von Asien in die Alpen

Paul Weinzerl

Das Edelweiß, die Ikone der Alpen kommt aus den Steppen Asiens?

Zum Teil, ja! Sicher ist, dass das Edelweiß der Gärten nur mehr äußerlich etwas mit der seltenen Alpenpflanze zu tun hat. Hauptsächlich ist eine Art aus der Steppe an den Gartenformen beteiligt.

Schlecht? Nicht wirklich, die Gartensorten gedeihen im Flachland in jedem nicht zu trockenem Boden und erfreuen uns mit zahlreichen Blüten. Um lange Zeit Freude daran zu haben, muss man sie allerdings behandeln wie so manche Prachtstaude. Alle zwei bis drei Jahre gleich nach der Blüte ausgraben, in kleine Teile zerlegen und an einem sonnigen Platz in guten Boden neu pflanzen. So werden bei jedem, der die Massen an Edelweiß in den Kasachischen Steppen nicht gesehen hat, Erinnerungen an die Bergwelt der Alpen geweckt.

Die Wilde aus den heimischen Bergen hingegen ist in heißen Sommern kaum am Leben zu erhalten und wenn man es mal schafft sie zum Blühen zu bringen, enttäuscht sie mit langen Stängeln und graugrünen Hochblättern. Ihr fehlt einfach die Kühle der Berge sowie das intensive Licht.

Apropos Hochblätter: Die bilden nämlich das was wir so salopp als Blüte bezeichnen. Die Blüte ist in Wirklichkeit ein winziger Teil der kleinen Kügelchen in der Mitte der silbernen Hochblätter.