Gärtnertagebuch

Turbopflanzen

Susanne Leeb

Weiden gehören zu den schnellsten Gehölzen und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Sie wachsen schnell. Jahreszuwächse von zwei oder mehr Metern sind bei einigen Arten die Norm. Weiden sind Schnellstarter der Evolution. Sie sind eine recht junge Pflanzenfamilie. Mit über 450 Arten, davon mehr als 30 in Österreich die Artenreichste Gehölzgattung der gemäßigten Zonen. Ihre Vermehrung erfolgt sehr schnell. Ihre Samen reifen bereits wenige Wochen nach der Blüte und keimen innerhalb einer Woche. Die Sämlinge beginnen schon nach wenigen Jahren zu blühen und sorgen für die nächste Generation. Sie besiedeln schnell neue Lebensräume. Weiden sind allesamt Pionierpflanzen, also die ersten die einen Lebensraum nach einer Störung wieder besiedeln. Ihre kleinen Samen werden vom Wind über weite Entfernungen transportiert. Damit waren sie auch unter den ersten Pflanzen, die auf den nach der Eiszeit von den Gletschern zurückgelassenen Geröllflächen neue Wälder bildeten. Sobald andere Baumarten aufkommen, verschwinden sie allerdings genauso schnell wieder. Sie vertragen keinen Schatten und gehören mit einer Lebenserwartung von rund achtzig Jahren zu den kurzlebigsten Bäumen. Auch ökologisch sind Weiden sehr interessant, mehr davon und zu ihrer Verwendung im Garten erfahren sie im nächsten Gartentagebuch. Das Foto zeigt die Kätzchen der Sorte `Mount Aso`.