Gärtnertagebuch

Neues im Gräsermeer

Susanne Leeb

Im Herbst ist bei den Faltern und auch vielen anderen Insekten eine Pflanze sehr beliebt: der Efeu, Hederea helix. In erster Linie bringt man ihn eigentlich gar nicht mit Blüten in Verbindung. Während er in seiner Jugendform überschwänglich alles erklettert, was ihm unter die Triebe kommt, wird er im erwachsenen Alter ruhiger und verlangsamt sein Wachstum. Er bildet dann strauchartige Zweige, an denen er bis spät in den Herbst hinein blüht und später zuerst grüne, dann schwarze Beeren bildet. Die Blüte präsentiert ihren reichlich gebildeten Nektar offen, also für alle Insekten gut zugänglich. Somit wird er von vielen Arten in solchen Mengen besucht, das man das Summen schon aus mehreren Metern Entfernung hören kann. Die Beeren reifen erst im Winter und sind für viele Vogelarten eine überlebenswichtige Nahrungsquelle. Sogar seine immergrünen Blätter sind für Tiere wichtig. Zwar werden sie nur von wenigen Arten gefressen, aber ihre dachziegelartige Anordnung bietet viele vor Wind, Schnee und Regen geschürzte Plätze an denen Insekten ihre Winterruhe verbringen. Auch kleine Vogelarten wie das Goldhähnchen sind in kalten Winternächten auf solche Schlafplätze angewiesen, um nachts nicht zu sehr auszukühlen. Damit ist er eine der wertvollsten Pflanzen für die Tierwelt. Bäume, in denen er klettert, schädigt er, im Gegensatz zur gängigen Annahme nicht. In bereits vergreisenden schütteren Kronen genießt er eher das mehr an Licht und zeigt noch stärkeres Wachstum. Bei Gebäuden dagegen ist Vorsicht geboten, die Triebe und Haftwurzeln können in bestehende Risse oder Spalten eindringen und damit bereits vorhandene Schäden verschlimmern.