Ingwer als Gartenpflanze
Zwar kann man Zingiber officinalis, den Echten Ingwer, über den Sommer auch bei uns im Garten kultivieren, aber die Erntemenge bleibt überschaubar und die Rhizome reifen nicht ganz aus, weshalb sie sich nur kurz lagern lassen.
Es gibt aber auch einen völlig winterharten Vertreter der Gattung: Zingiber mioga, meist Japanischer Ingwer oder kurz Myoga genannt. Ursprünglich aus Vietnam, China und Korea stammend wird diese Art auch in Japan oft kultiviert und kam zuerst von dort nach Europa, was den etwas falschen deutschen Namen erklärt. Er scheint der einzige Vertreter der großteils tropischen Gattung zu sein der bei uns winterhart ist, das aber gleich bombensicher bis unter -20°C! Zwar verträgt die spät austreibende Staude sogar tiefen Schatten, mag aber lieber halbschattige und warme Plätze mit nährstoffreichem, sommerfeuchten Boden, wo er sich rasch ausbreitet. Bei uns hat sich aus wenigen Stängeln innerhalb eines Jahres ein stattlicher Bestand im Hochbeet im Gemüsegarten gebildet. Wer sich allerdings eine reiche Ernte an Ingwerknollen von ihm erwartet der wird enttäuscht. Die Rhizome sind nur bleistiftstark. Beim Myoga isst man im Frühling die jungen Triebe oder die im Spätsommer und Herbst unter den Pflanzen aus dem Boden wachsenden knospigen Blütenstände. Geschmacklich ähneln sie mildem Ingwer und werden meist mit anderem Gemüse gemeinsam zubereitet.
Auch zur Verwandtschaft gehören die Schmetterlingsingwer, Hedychium. Hier gibt es etliche frostharte Arten, die wegen ihrer auffälligen und oft stark duftenden Blüten meist als Zierpflanzen kultiviert werden. Manche, wie der bei uns gerade neben der Gartenhalle blühende Hedichium spicatum, werden aber auch medizinisch sowie in der Parfümherstellung verwendet.