Gärtnertagebuch

Gartensommer-Vollmondnacht

Paul Weinzerl

Hast du die Gärten bei Nacht schon gesehen? Oder gerochen? Nein? Dann solltest du unbedingt unsere Gartensommer-Vollmondnacht am 3. August besuchen.

Einen Garten in der Nacht zu erleben bietet oft unerwartete Erlebnisse. Statt dem Zwitschern der Vögel erklingt der Ruf eines Kauzes oder das geschäftige Grunzen eines Igels, rote Blüten scheinen verschwunden zu sein, während weiße von weitem leuchten, und statt dem Duft der Rosen durchziehen die Düfte von Lilien und Wildtabak in schweren Schwaden den Garten.
So manch eine Blüte öffnet sich auch erst mit Einbruch der Dämmerung um am nächsten Morgen schon wieder zu verwelken. Neben den bekannten Nachtkerzen, deren Knospen mit einem leisen Plopp aufspringen, gibt es noch zahlreiche andere Nachtblüher. Um im Dunklen Insekten wie Nachtfalter anzulocken duften diese Arten meist stark, wie die unglaublich filigranen Blüten der japanischen Schlangenhaargurke im Glashaus des Englischen Gartens, die an einem außergewöhnlich frischen Morgen gerade noch geöffnet waren.