Gärtnertagebuch

Es ist nicht immer die Farbe

Susanne Leeb

Manchmal wirken einfarbige Kombinationen sogar besser als bunte Pflanzungen, wie hier im Englischen Garten. Das Geheimnis dahinter sind die unterschiedlichen Formen und Strukturen. Zarte fedrige Blütenstände vom Weißen Wiesenknopf (Sanguisorba tenuifolia) kontrastieren mit den kompakten Köpfchen der Bulgarischen Scharte (Klasea bulgarica). Ein Prinzip, das sich nicht nur auf Blüten anwenden lässt. Obwohl schon der Erfinder der modernen Staudenverwendung Karl Förster diesen Effekt als „Harfe und Paukenschlag“ beschrieben hat, wird er immer noch viel zu selten angewendet. Beim Laub der Blumen ist es vielleicht sogar noch wichtiger, schließlich ist das ja den ganzen Sommer da. Sogar, wenn man unterschiedliche Farben verwendet, sollte man immer die Formen im Auge behalten, sonst wird es schnell langweilig. Mein Tipp: Machen Sie mal ein schwarzweißes Foto ihres Blumenbeets, darauf erkennen sie schnell, wo es an Strukturen mangelt.