Gärtnertagebuch

Eine Winterharte Zitrone

Paul Weinzerl

Zurzeit blühen in einigen unserer Gärten auffällige Sträucher wie zum Beispiel die Dreiblattzitrone. Die Blüten sehen eigentlich genauso aus wie die von Orange, Zitrone und Co, nur sitzen sie auf nackten, extrem stacheligen Zweigen. Später folgen kleine Blättchen, die ein wenig an Klee erinnern und im Herbst runde, gelbe Früchte. Diese sind zwar essbar, schmecken aber leider zu harzig und herb, um roh genossen zu werden. Als Marmelade oder Likör sind sie eher verwertbar. Oder man verwendet sie einfach als duftende, lange haltbare Dekoration. Meist wird diese Pflanze noch als Poncirus trifoliata geführt, neuerdings trägt sie wieder den wissenschaftlichen Namen Citrus trifoliata. Einzig die dreiteiligen Blätter und ihre Toleranz gegen starken Frost bis weit unter -20°C unterscheidet sie von den restlichen Citrusarten. Seit langem schon versuchen Züchter die Winterhärte dieser Art in essbare Zitrusfrüchte einzukreuzen, leider mit wenig Erfolg. Die Hybriden sind kaum winterhart, und obwohl sich bekanntlich über Geschmack streiten lässt, nicht mit der Orange, Mandarine oder Grapefruit vergleichbar. Als Zierstrauch bevorzugt sie vollsonnige, warme Plätze, verträgt einmal eingewachsen einiges an Trockenheit und kann auch regelmäßig geschnitten werden. Als Hecke gepflanzt benötigt man keinen Gartenzaun mehr, die dicht ineinander wachsenden Zweige und langen Dornen haben der Pflanze auch den Beinamen wie lebender Stacheldraht eingebracht. Schöner ist die Verwendung als Solitärpflanze im Beet. Zusammen mit trockenheitsverträglichen Stauden und Kräutern gepflanzt, weckt sie Erinnerungen an mediterrane Gebiete. Wenn man nach und nach die unteren Äste entfernt, kann man sie auch gut als kleinen Baum bis zu vier Metern Höhe ziehen. Wegen der spitzen Dornen sind Pflegearbeiten unter der Pflanze sonst fast nicht möglich, zumindest nur mit langstieligem Werkzeug oder fester Schutzkleidung.