Gärtnertagebuch

Ein Hauch Süden

Paul Weinzerl

Klingende Namen wie Flieder des Südens oder Mönchspfeffer finden sich mittlerweile auch unter den Gartenpflanzen des Weinbauklimas und lassen uns ein kleines Stück Urlaub in unseren Alltag bringen. Diese Gehölze fühlen sich an vollsonnigen Standorten mit durchlässigen Böden wie zu Hause und bieten uns eine attraktive Möglichkeit, auf die sich ändernden Klimabedingungen zu reagieren.

Der Flieder des Südens, auch Kreppmyrte oder Lagerstroemia genannt, wird je nach Standort ein ausladender Strauch bis Kleinbaum und ist bestens für die Verwendung in kleinen Gärten geeignet. Eine Besonderheit ist die späte Blütezeit von August bis hin zum Laubfall. Eine Zeit, in der in der weiße, rosa- oder lilafarbene Blütenrispen eher eine Seltenheit sind. Durch den außergewöhnlich heißen Sommer kann man diese Pracht heuer schon seit Mitte Juli bestaunen. Mit einer ausgesprochen schönen rötlich- lila Herbstfärbung verabschiedet sich die Kreppmyrthe dann in die Winterruhe. Tipp: Empfehlenswert sind Kreuzungen mit Lagerstroemia fauriei, da diese auch in kühlerem Klima blühfreudiger ist und hinsichtlich Mehltauresistenz punktet.

Als Symbol des enthaltsamen Mönchlebens war der Mönchspfeffer ( Vitex agnus-castus) bereits in den mittelalterlichen Klostergärten als Gewürz und Anaphrodisiakum zu finden. Nicht nur Klosterbrüder fanden an dem Kleinstrauch Gefallen denn die blauen, weißen oder rosafarbenen Blütenrispen sind ein wahrer Insektenmagnet.

Pflanzen wie Rosmarin und Lavendel haben schon lange einen festen Platz in unseren Gärten gefunden, aber auch durch Kreppmyrte, Ölweide, Mönchspfeffer und viele andere Vertreter zaubern wir im Handumdrehen mediterranes Flair in unsere Gärten.