Gärtnertagebuch

Durstige Insekten

Paul Weinzerl

Nicht nur die Pflanzen in unseren Gärten und die Gärtner, welche den ganzen Tag in der Hitze mit dem Gießen und dem auf- und umstellen von Regnern beschäftigt sind, um die Gärten grün zu halten, auch die Wildtiere benötigen Wasser. Vögel und Säugertiere können an nahezu jeder Wasseransammlung ihren Durst stillen, solange ein sicherer Platz zum Hinsetzen gegeben ist. Steilwände von Teichen sollten mit geeigneten Aufstiegsmöglichkeiten versehen sein, damit niemand in Gefahr gerät zu ertrinken. In einer Regentonne reicht zum Beispiel ein schräg hineingestellter Ast.
Anders sieht die Situation für viele Insekten aus. Sie können mit offenem Wasser nicht viel anfangen. Zu groß ist die Gefahr, an der Oberfläche kleben zu bleiben und nicht mehr loszukommen.  Daher saugen sie Wasser aus nassen Bodenstellen, dabei nehmen sie auch gleich wichtige Mineralstoffe auf. Der Segelfalter auf dem Foto hat sich eine nasse Stelle am Weg ausgesucht.
Im Garten empfiehlt es sich daher, eine Insektentränke einzurichten. Das Prinzip ist einfach: Ein Untersetzer wird mit Sand gefüllt und nass gemacht. Wenn man den Sand zu einem leichten Hügel formt, findet sich für jeden die passende Stelle. Mineralien kann man mit einer kleinen Prise Salz hinzufügen. Das Ganze stellt man an eine sonnige Stelle und schon bald werden sich die ersten durstigen Gäste einfinden. Stechmücken und Wespen lockt so eine Tränke übrigens nicht an, diese gehen lieber an offenes Wasser.