Gärtnertagebuch

Die Tullner Banane

Paul Weinzerl

Heuer ist die Banane im Arboretum zu einer besonders eindrucksvollen Größe herangewachsen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Japanische Faserbanane, obwohl ihre eigentliche Heimat im südchinesischen Bergland liegt. In Japanist die Faserbanane eine genauso exotische Kulturpflanze wie hier bei uns. Faserbanane deshalb, weil sie nicht wegen ihrer zwar essbaren aber kernreichen Früchte, sondern unter anderem zur Herstellung von Teebeuteln und feinem Papier, angebaut wird.

Und ist sie jetzt ein Bananenbaum?
Nein, sie ist eine Staude, nichts an ihr wird holzig. Die Scheinstämme (so nennt man das botanisch) werden aus vielen Schichten von Blattstielen gebildet, welche ähnlich wie die Schalen einer Zwiebel übereinander liegen. Das Rhizom aus dem diese entspringen, liegt unter der Erde und ist der eigentliche Trieb. Nur wenn die Pflanze blüht schiebt sie einen Trieb nach oben. Dies ist in Mitteleuropa aber immer noch ein seltenes Ereignis.

Bleibt die draußen?
Ja, sie bleibt im Winter im Freien, muss aber vor strengem Frost am Rhizom geschützt werden. Wenn die ersten Fröste kommen, stellen wir ein Gitter um die Pflanze und füllen dieses mit Herbstlaub. Dann noch eine Plane darüber damit das alles nicht zu nass wird. Das reicht. Gedüngt wird sie übrigens auch nicht speziell, damit der Boden allerdings nicht zu trocken wird bekommt sie eine dicke Schicht Grasschnitt spendiert.