Gärtnertagebuch

Die süße Exotin

Paul Weinzerl

Die Süßkartoffel oder Batate kommt ursprünglich aus den subtropischen Zonen Asiens, wo sie seit Jahrtausenden kultiviert wird. Mit den Polynesiern hat sie ihre Reise über den Pazifik angetreten und sogar Neuseeland erreicht. Nach Amerika kam sie erst später und zwar als billige Nahrung für die Sklaven. In all diesen Gegenden ist sie auch heute noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In Europa dagegen gilt sie leider nach wie vor als Exot.

Dass die Pflanzen sich sehr gut an verschiedene Bedingungen anpassen können, erkennt man aber nicht nur an ihrer Verbreitung, auch ein Blick auf die Blüte kann dies offenbaren. Diese erinnert doch ein wenig an den Windling, der so anpassungsfähig ist, dass er in unseren Gärten alles zu überwuchern droht, wenn wir ihn nicht bekämpfen. Mit dem ist sie auch nahe verwandt. Bei der Batate ist allerdings nicht zu befürchten, dass sie zum Unkraut wird, sie erträgt keinen Frost.
Der Anbau lohnt sich aber auch bei uns. Wärme und guter, lockerer Boden sind die Voraussetzung dafür. Halbschatten ist dagegen kein Problem. Zusammen mit dem kriechend-hängendem Wuchs also ideal für den Rand von Hochbeeten oder Töpfe in Balkongärten. Im Oktober wird dann geerntet, oft erstaunliche Mengen der länglichen Knollen. Diese kann man mehrere Monate trocken lagern.
Es gibt neben der bekannten orangeknolligen Sorte auch solche mit weißem und violettem Fleisch. Diese schmecken dann eher wie Maroni oder Mandeln oder doch ...? Probieren Sie selbst und lassen Sie sich überraschen!