Gärtnertagebuch

Die Orangenblume

Susanne Leeb

Nur die Harten kommen in den Garten. Wie in jedem Markt gibt es auch im Pflanzenhandel jedes Jahr etwas Neues. Viele dieser Neuheiten verschwinden aber nach kurzer Zeit wieder von den Verkaufstischen und aus dem Garten. Sie sind zwar schön und interessant, aber entweder zu wenig winterhart oder sonst mit hohen Ansprüchen gesegnet. Manchmal ist aber auch eine Ausnahmepflanze dabei, die einen Platz im Garten verdient, wie die Orangenblume, Choisya tenerata beziehungsweise Choisya x dewittiana. Erstere hat ihre Heimat im Bergland von Arizona und Neu Mexiko, zweitere ist eine Hybride mit einer größeren Art aus Mexiko. Nicht nur der Name und die duftende Blüte erinnert an Citrus Arten, sie gehören tatsächlich zur weiteren Verwandtschaft. Diese feinblättrigen, immergrünen Sträucher galten lange Zeit als wenig winterhart, was sich allerdings als falsch herausgestellt hat. Bis zu -17°C stecken sie nach unseren Erfahrungen locker weg. Sie vertragen Sonne und Halbschatten, sind mit jedem Boden zufrieden und brauchen wenig Wasser. Zweimal im Jahr tragen sie nach Vanille oder Jasmin duftende Blüten, einmal im Mai, dann wieder im späten Sommer oder Herbst. Nach der Blüte dürfen sie gerne geschnitten werden, nötig ist es meist aber nicht. Sie wachsen von Natur aus dicht und passen je nach Sorte mit ein bis zwei Meter Höhe auch in kleinere Gärten. Die Pflanze auf den Fotos ist eine Choisya x dewittiana `Aztec Pearl` und steht im Gartenarboretum, gleich beim Bayerischen Biergarten.