Der Kleefarn, eine seltene Pflanze und eine ungewöhnliche Geschichte.
Am Ufer unseres nördlichen großen Teiches kann man, zumindest wenn man es schafft seinen Blick von den herrlich blühenden Seerosen und Lotusblumen abzuwenden, heuer etwas Eigenartiges entdecken. Schwimmen da etwa vierblättrige Kleeblätter im Wasser? Gratuliere, sie haben den Kleefarn entdeckt. Dieser seltene Wasserfarn ist in Österreich nur noch in der Steiermark regelmäßig zu finden, neuerdings aber auch in einem Versickerungsbecken an der Tullnerfelder Bahntrasse.
Der Kleefarn kann drei verschiedene Arten von Blättern ausbilden. Landblätter, die auf aufrechten Stielen stehen, Schwimmblätter in tieferem Wasser, sowie auf ganz kurzen Stielen stehende harte, braune Sporenblätter. Mittels dieser stärke- und eiweißreichen Sporocarpien verbreitet sich der Kleefarn und kann auch lange Trockenphasen überstehen. Diese ungewöhnlichen Sporenkapseln waren auch für das Scheitern der ersten Durchquerung des australischen Kontinentes durch die Forscher Burke und Willis sowie für deren Tod verantwortlich.
Die australischen Ureinwohner bereiteten aus den Sporen einer verwandten Art das sogenannte Buschbrot zu. Da Kleefarn aber das Enzym Thiaminase enthält, welches das Vitamin B in der Nahrung zerstört, ist die richtige Zubereitung entscheidend. Die Entdecker schauten sich dies von den Aborigines ab, vergaßen aber einen entscheidenden Schritt, der das Enzym zerstört, das Rösten. Ohne Vitamin B kann der Körper die Energie der Nahrung aber nicht verwerten und es kommt zur Beriberi Krankheit. Aus Tagebucheinträgen geht hervor, dass die Beiden auf dem Rückweg trotzt reichlicher Nahrungsaufnahme verhungerten. Noch heute ist dieser Vitaminmangel immer wieder ein Problem in der australischen Schafzucht. Unsere Pflanzen wollen wir aber weder essen noch verfüttern, sie sollen sich ausbreiten und zur Erhaltung dieser seltenen Art beitragen.