19.05.2021 Gärtnertagebuch

Einfach nur spektakulär! Wenn Pfingstrosen in den Himmel wachsen. Vielen von Ihnen werden Strauch- oder Baumpäonien bekannt sein, wenn nicht sollten sie das dringend ändern! Ursprünglich stammen die strauchigen Pfingstrosenarten alle aus China, wo sie seit Jahrtausenden in Kultur sind und oft klingende Namen wie Bai Feng  „Weiser Phoenix“ oder Wu Jin Yao Hui: „Wu ist Hui wichtig“ tragen. Auch in Japan wurden diese schönen Pflanzen schnell beliebt, nur in Europa verlief ihr Siegeszug langsamer, wahrscheinlich weil Blüten kaum eine Woche lang halten. Allerdings gibt es keine vergleichbaren winterharten Pflanzen: Von violett über schwarzrot, rosa zu weiß, auch mal gelb oder zweifarbig mit Blüten von bis zu 30 cm Durchmesser! Bäume werden sie keine, einige Sorten erreichen zwei Meter, die meisten bleiben kleiner. Im Arboretum der GARTEN TULLN haben wir vor einigen Jahren über 30 Sämlinge gepflanzt, die dieses Jahr das erste Mal richtig im in Blüte kommen.  Bis dahin braucht es Geduld. Allein 2 Jahre sind nötig, damit der Samen keimt und bis zur ersten Blüte dauert es dann nochmal 5-7 Jahre! Kein Wunder, dass diese Schönheiten ihren Preis haben. Schneller kommt man mit veredelten Pflanzen ans Ziel. Diese werden auf die Wurzeln von staudigen Arten gepfropft. Wenn die Strauchpfingstrosen einmal eingewachsen sind, brauchen sie allerdings kaum mehr Pflege und können hunderte Jahre alt werden. Ihr einziger Feind sind späte Fröste, diese haben letztes Jahr einige unserer Jungpflanzen so schwer geschädigt, dass sie jetzt erst wieder aus den Wurzeln austreiben.